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Urauffhrung

Alle Flsse flieen ins Meer doch wird das Meer nicht voll

Im Buch Kohelet heit es: Alle Wrter mhen sich ab. Nichts kann der Mensch sagen. Ich versuche es dennoch mit einigen Worten, aber das, wovon ich zeugen will, habe ich versucht, zu Musik werden zu lassen.

Die Initiative fr dieses Werk ging aus vom Raschr Saxophonquartett und ich danke zunchst Christine Rall und ihren wunderbaren Kollegen fr das Vertrauen, das sie mir fr die Realisierung dieses Projekts entgegengebracht haben. Mit den Hymnus Chorknaben und seinem Leiter Rainer Homburg haben wir einen kompetenten und engagierten Partner gefunden.

Zwei gewachsene Ensembles zusammenzubringen hat mich zu der Frage gefhrt, wie wir uns vervollstndigen knnen durch die Teilhabe am Anderen, in dem wir aufgeschlossen sind fr das bisher Fremde.

Um ein Gefhl fr die Musiker zu bekommen, fr die ich schreibe, habe ich mich im Vorfeld des Komponierens mehrmals mit dem Chor getroffen und war begeistert von der Offenheit und dem Enthusiasmus der jungen Snger. Ich habe mit dem Saxophonquartett die spezifischen Mglichkeiten ihrer Instrumente ausgelotet. Dadurch bekam ich ein Gefhl fr den Kontext, in den meine eigene Arbeit sich einfgen wrde.

Beim Zusammenwirken setze ich auf das Erleben durch die Sinne. Einen Hymnus auf das, was Lebendigsein ist oder dieses bewirkt habe ich versucht, dem Hymnuschor und den Musikern des Raschr Saxophonquartetts auf den Leib zu schreiben.

Einen Text hatte ich zunchst als Material im Hinterkopf: Auszge aus dem Buch Kohelet aus dem alten Testament. Alles hat seine Zeit. Alles ist eitel und ein Haschen nach Wind. Ein biblischer Text, den ich schon immer mochte, wie gemacht fr Musik, die ja als Zeitkunst das Jetzt-Sein immer schon zum Inhalt hat.

Es beginnt mit einer rituellen Aufzhlung der Namen aus dem Buch der Chronik, geflstert, Windhauch nur, Geschlechterfolgen die kommen und gehen. So wie auch heute die Geschlechter kommen und gehen.

Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh. Wie es stirbt, so stirbt auch er. Brahms hat das vertont in den vier ernsten Gesngen und das Anfangsmotiv seines Liedes zieht sich durch das ganze Stck. Und gerade, weil der Tod unvermeidbar ist, sagt der Prediger Salomo, dass wir unser Leben jetzt leben sollen, mit Freude, mit Schwung, mit Elan, mit unserem Verlangen, stndig Sinn zu schaffen. Mehr mchte ich gar nicht. Das ist schon viel. Dafr ist es vielleicht trotz aller heute drohenden Zerstrung unseres Lebensraums noch nicht zu spt .

Ich danke den Hymnus Chorknaben dafr, dass sie den Kompositionsauftrag fr dieses Werk an mich vergeben und dafr gesorgt haben, dass es gleich nach der UA sechs weitere Auffhrungen in Folge und eine CD Produktion gab. (listen on spotify)

Cd-Produktion